Unter alten Bäumen.
Der Baum war schon da.
Lange bevor wir kamen.
Lange bevor hier Wege verliefen.
Lange bevor jemand auf die Idee kam,
ihm einen Namen zu geben.
Manami kümmerte das wenig.
Für sie war er kein Denkmal.
Kein Naturdenkmal.
Kein ehrwürdiger Zeuge vergangener Jahrhunderte.
Er war einfach ein Baum.
Ein sehr großer Baum.
Mit sehr vielen interessanten Gerüchen.
Während sie zwischen den Wurzeln schnupperte,
legte ich den Kopf in den Nacken.
Die Krone verschwand beinahe im Licht.
Äste über Äste.
Blätter über Blätter.
Jahr um Jahr.
Man vergisst leicht,
wie langsam Bäume leben.
Sie eilen nicht.
Sie vergleichen sich nicht.
Sie fragen nicht,
ob sie schon angekommen sind.
Sie wachsen.
Ein wenig.
Jeden Tag.
Vielleicht wirken alte Bäume deshalb so beruhigend.
Nicht weil sie stark sind.
Sondern weil sie nichts beweisen müssen.
Manami hatte inzwischen etwas entdeckt.
Irgendetwas am Fuß des Stammes.
Etwas,
das offensichtlich wichtiger war
als philosophische Gedanken.
Also setzte ich mich zu ihr.
An den Baum.
In den Schatten.
Für einen Moment
musste niemand irgendwohin.
Über uns bewegten sich die Blätter.
Der Wind kam und ging.
Der Baum blieb.
Vielleicht ist das sein Geheimnis.
Nicht die Größe.
Nicht das Alter.
Sondern die Gelassenheit,
einfach da zu sein.
Der Baum blieb stehen.
Wir gingen weiter.