Zwischen den Fichten wartet Zeit.
Der Wald war schon da.
Lange bevor wir ankamen.
Zwischen den Stämmen lag dieser stille Geruch aus Moos, Harz und feuchter Erde.
Manami blieb stehen.
Nicht wegen eines Geräusches.
Sondern wegen dessen,
was fehlte.
Kein Verkehr.
Keine Termine.
Kein Drängen.
Nur Wind in den Wipfeln.
Und irgendwo ein Vogel,
den wir nie sahen.
Im Sauerland geschieht etwas Merkwürdiges.
Je weiter man geht,
desto weniger denkt man daran,
anzukommen.
Der Weg wird wichtiger
als das Ziel.
Vielleicht mögen wir diese Wälder deshalb so sehr.
Sie verlangen nichts.
Sie warten nicht.
Sie sind einfach da.
Manami interessierte sich nicht für die Aussicht.
Ein umgestürzter Stamm
war heute spannender.
Eine Spur im Schlamm.
Ein Rascheln im Farn.
Später saßen wir zwischen den Fichten.
Der Wind zog über die Baumwipfel.
Die Gedanken zogen mit.
Und für einen Augenblick
schien es vollkommen unwichtig,
wie spät es war,
oder wie weit der Rückweg noch sein würde.
Vielleicht wartet Zeit nicht auf Uhren.
Sondern auf Orte,
an denen niemand sie festhält.
Der Wald blieb still.
Wir gingen weiter.